Zukunft der „Wiener Zeitung“ – Ich danke Bundesministerin Susanne Raab


Die Regierung hat die Vorsatz, die Print-Verteilung dieser „Wiener Zeitung“ einzustellen, den ORF zusammenzustutzen und stärker unter politische Test zu können, von kurzer Dauer: öffentlich-rechtliche Medien massiv zu ruinieren. Die Türkisen sind flach fixiert aufwärts Message Control, ihrem neuen Spezialgebiet, nachdem sie ihre Kompetenz in Europa- und Wirtschaftspolitik verloren nach sich ziehen.

Von den Grünen wirklich hätte man erwarten können, dass sie die Wert öffentlich-rechtlicher Medien z. Hd. die Volksstaat Kontakt haben und in petto sind, sie zu verteidigen. Doch die grünen Regierungsmitglieder sich in Schweigen hüllen, stimmen deshalb wie schon in anderen hochproblematischen Fällen durch Stillschweigen zu, während die grüne Mediensprecherin beweist, dass sie den Schnellkurs „Vortrag uneingeschränkt von dieser türkisen Leber weg und nimm dir kein Papier vor deren Mund“ mit „Sehr gut“ absolviert hat.

Die Probleme mit dem „Digitalen“

Robert Menasse, geboren 1954 in Wien, ist Schriftsteller und politischer Essayist. – © CC BY-SA 3.0 de / Olaf KosinskyNun liegen leer meine Hoffnungen im Rahmen Medienministerin Susanne Raab. Jene hat nämlich unlängst durch ein Statement gezeigt, dass sie zumindest unbewusst ahnt, wie schädlich die geplante Medienreform z. Hd. die österreichische Öffentlichkeit und Volksstaat wäre. Wir zu tun sein nur dies unbewusst von ihr Gemeinte aus dem Gesagten entlasten. Sie sagte: „Die Zukunft des Medienmarkts ist dies Digitale. Diesen Weg bestreitet die ‚Wiener Zeitung‘ nun Neben….“
Umziehen wir dies durch. Sie hebt an mit „Die Zukunft“. Natürlich weiß Nullipara Raab, dass man von einer Ministerin nicht erwartet, dass sie eine Hellseherin ist und in die Zukunft schauen kann. Im Politischen verweist dieser Fachausdruck Zukunft ja zunächst aufwärts die kritische Reflexion dieser Jetzt. Demokratische Politik ist Gestaltungsanspruch in dieser Jetzt, in dieser ihr Zeit transferieren wurde. In dieser ortet sie Defizite und Desiderate, reagiert aufwärts Krisen und nutzt Möglichkeiten, immer aufwärts dieser Suche nachdem einem Kompensation widersprüchlicher gesellschaftlicher Interessen. Zukunft ist deshalb in dieser Politik nur die Terminkalender, die heute ansteht. Deswegen setzt Nullipara Raab in ihrem Statement dies Prädikat nicht ins Zukunft („Die Zukunft … wird sein …“), sondern logo ins Präsens („Die Zukunft … ist …“).
Und wo ortet Nullipara Raab heute deshalb Defizite und Probleme, die einer gesetzlichen Steuerung bedingen? Im „Digitalen“. Sie sagte nicht „Digitalisierung“, die ein Prozess ist, dieser natürlich immer weitergehen wird und dieser weit in die Zukunft rein reicht, von dieser wir ja nicht wissen, welches sie was auch immer können wird, sie sagte „dies Digitale“, verwies deshalb aufwärts den heutigen Stand dieser Utensilien, mit dem wir Erfahrungen nach sich ziehen und wo sich genug Probleme zeigen, die wir nun losmachen zu tun sein. (Dann kann sich die Zukunft sehen lassen.)
Nun ist „dies Digitale“ ein weites Feld, hat leer Bereiche dieser Sozialstruktur penetriert, weshalb Medienministerin Raab natürlich klarmachen muss, dass sie nur im Sektor ihres Ressorts Verantwortung trägt. Deswegen präzisiert sie, in welchem Sektor gesetzlich eingegriffen werden müsse: nämlich im „Medienmarkt“. Und dies ist interessant. Sie sagte nicht „Medien“, sie sagte nicht „die klassischen und die neuen Medien“, sie sagte nicht „Medienmarkt und öffentlich-rechtliche Medien“, sie sagte nur „Medienmarkt“.
Und diesem stillstehen die öffentlich-rechtlichen Medien doch im Gegensatz zu, wie seriöses Korrektiv dieser Content-Produzenten. Ministerin Raab sagte deshalb: meine Wenigkeit rede nicht von öffentlich-rechtlichen Medien, die ja Teil dieser Daseinsvorsorge z. Hd. eine demokratische Sozialstruktur sind, ich rede nur vom Markt mit seinen partikularen ideologischen und/oder finanziellen Interessen, zumal dieser Markt ja zunehmend den öffentlichen Meinungsaustausch kaputt: durch neue Medien, wie wir sie kennengelernt nach sich ziehen („dies Digitale“), die noch nicht vom Medienrecht erfasst sind, und durch Fake, Politikerpressung, Inseratenkorruption und so weiter. Dasjenige gehört endlich geregelt.

Dasjenige öffentlich-rechtliche Korrektiv stärken
Ja, dies sagte sie, wenn man ihr Statement genau liest, dies hat ihr ihre innerer Wählerstimme in den Mund gelegt. Und letztlich, wenn man dies weiterdenkt, Neben… die Konsequenz daraus: Wer den Markt vernünftigerweise ordnen will, muss dies Korrektiv stärken, deshalb die öffentlich-rechtlichen Medien, die sie insofern in ihrem Statement nicht unter den Fachausdruck „Markt“ subsumierte, und flach insofern Neben… nicht in einem Atemzug mit dem „Markt“ nannte.
Dies legte ihr eine innerer Wählerstimme in den Mund, und um keinen Zweifel daran zu lassen, wie wir ihr Statement zu verstehen nach sich ziehen, setzte sie fort: „Diesen Weg bestreitet die ,Wiener Zeitung‘ nun Neben….“ Dasjenige Verbum „finanzieren“ ist eine klare Ansage, eine sprachlich meisterhafte List von Nullipara Raabs Unbewusstem: Ja, die „Wiener Zeitung“ bestreitet, dass es bloß um Marktgängigkeit möglich sein darf, die „Wiener Zeitung“ bestreitet, dass sich Journalismus in Zukunft in digitalen Dienstleistungen erschöpfen soll, die „Wiener Zeitung“ bestreitet, dass Print keine Zukunft hat, die „Wiener Zeitung“ bestreitet, dass es dieser freien Entwicklung dieser Medienvielfalt dient, wenn öffentlich-rechtliche Medien im Würgegriff dieser Politik erdrosselt werden, die „Wiener Zeitung“ bestreitet, dass es den Medien aufwärts dem Markt selbständig besser geht und dies selbständig dem aufgeklärten gesellschaftlichen Meinungsaustausch dient, wenn öffentlich-rechtliche Medien kaputt werden, die „Wiener Zeitung“ bestreitet, dass staatliche Millionenförderung z. Hd. Boulevardmedien eine sinnvolle Investment in Medienvielfalt ist.

Die „Wiener Zeitung“ in die Zukunft münden
Und im Streitfrage zur Situation, wie sie Nullipara Ministerin Raab eingangs beschrieben hat („Dasjenige Digitale ist …“), bezeichnet sie nun dieses „Bezahlen“ dieser „Wiener Zeitung“ wie „Weg“, deshalb wie dies Gangbare, dies wirklich in die Zukunft führt. Ja, richtig, dies ist dieser Weg, den die „Wiener Zeitung“ möglich sein will und soll, und zwar, wie Ministerin Raab schließt: „nun Neben….“ Mit diesem „Nun Neben…“ sagt ihr Unbewusstes klar und mit spürbarer Zufriedenheit: Die „Wiener Zeitung“ ist nicht im Alleingang.
Nullipara Ressortchef, wahrnehmen Sie aufwärts Ihre kluge innerer Wählerstimme! Und dann, mit dieser Vorgabe dieser Medienministerin, werden hoffentlich Neben… die Grünen innerer Stimmen wahrnehmen: die Wählerstimme dieser Vernunft und die Wählerstimme des Gewissens. Oder nach sich ziehen sie Neben… solche Stimmen schon verloren?

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