Wittgenstein-Preis – Mikrobiologin Schleper mit Wittgenstein-Preis geehrt


Die Mikrobiologin Christa Schleper ist die diesjährige Wittgenstein-Preisträgerin. Sie ist Pionierin in welcher Untersuchung von Archaeen und zählt weltweit zu den meistzitierten Wissenschaftern Österreichs. Verbinden mit ihrem Team erforscht sie an welcher Universität Wien die allerkleinsten und allerältesten Lebewesen welcher Schutzleitung, die eine große Rolle im Wildnis spielen. Die „Wiener Zeitung“ hat sie zum Gespräch getroffen.
„Wiener Zeitung“: Wie sind Sie hinauf Ihr Forschungsfeld gestoßen?

Neben dem Wittgenstein-Preis vergibt welcher FWF untergeordnet jährlich die START-Exzellenzförderungen. Dieses Sendung richtet sich an aufstrebende Spitzenforschende. Jener START-Preis ist mit je 1,2 Mio. Euro dotiert und geht an sechs junge Wissenschafter.

William Barton: Jener Spezialist zum Besten von Griechisch und Latein, William Barton, entschlüsselt mithilfe von künstlicher Intelligenz dasjenige verschollen geglaubte, hinauf Altgriechisch verfasste Tagebuch des Hellenisten Karl Benedikt Hase. Barton arbeitet am Ludwig Boltzmann Institut zum Besten von Neulateinische Studien in Innsbruck.

Elfriede Dall: Wenn dasjenige Protein Legumin external seines angestammten Ortes in welcher menschlichen Zelle nachgewiesen wird, leiden die Betroffenen mit hoher Sicherheit an Krebs oder Alzheimer. Die Mikrobiologin Elfriede Dall von welcher Universität Salzburg untersucht die Funktionen des Proteins und seiner ungewohnten Umgebung.

Sandra Müller: Die Mathematikerin Sandra Müller analysiert an welcher Technischen Universität Wien verschiedene Gießen welcher Unendlichkeit, die aus welcher Mengenlehre resultieren.

Marcus Ossiander: Mit Licht aus dem extrem ultravioletten Spektrum können ultrakurze Impulse erzeugt werden, welches präzise Messungen hinauf atomarn Zeitskalen erlaubt. Doch zum Besten von dieses Lichtspektrum gibt es keine geeigneten Linsen. Jener Physiker Marcus Ossiander will Rechtsbehelf schaffen, während er neue Nanooptik einsetzt, die etwa in Virtual-Reality-Brillen verwendet wird. Sein Forschungsvorhaben wird er an welcher TU Graz umtopfen.

Stefan Pflügl: Jener Biotechnologe Stefan Pflügl erforscht an welcher TU Wien, wie fossile Rohstoffe in welcher chemischen Industrie durch nachhaltige Alternativen ersetzt werden können. Er greift in diesem Fall hinauf bakterielle Stoffwechselprozesse aus welcher Frühzeit welcher Erdgeschichte zurück.

Petra Sumasgutner: Jener Mensch greift hinauf viele Arten in die Natur ein. Die Verhaltensforscherin Petra Sumasgutner erforscht in welcher Verband zum Besten von Kognitions- und Verhaltensbiologie an welcher Konrad Lorenz Forschungsstelle in Grünau im Almtal mit globalen Datensätzen an Sumpfohreulen und Kolkraben, wie Störungen durch den Menschen deren Nahrungssuche beherrschen und welche Gehorchen dasjenige hat.

Jener Wittgenstein-Preis ist mit 1,5 Mio. Euro welcher höchstdotierte Wissenschaftspreis Österreichs. Er wird jährlich verbinden mit sechs START-Rühmen vom Wissenschaftsfonds FWF vergeben. Jener Preis gilt wie Ratifizierung eines herausragenden wissenschaftlichen Lebenswerks.

Christa Schleper: Denn Biologiestudentin bin ich wie Praktikantin am Max-Planck-Institut in München c/o einem Pionier welcher Archaeen-Wissenschaft gelandet. Einst war dieses Gebiet noch nahezu esoterisch. Man fand Archaeen vor allem an extremen Standorten wie heißen Quellen. Ihre ökologische Rang war noch unbekannt. Wir betrieben Feldforschung in Island und die Lufthülle war unglaublich spannend. Dies war welcher erste Stoß.
Welches ist selten zugkräftig an den Archaeen?
Dass sie an so extremen Standorten, die an eine frühe Schutzleitung erinnern, schier überleben können. Ebenfalls evolutionär gesehen sind sie zugkräftig. Archaeen nach sich ziehen molekulare Maschinen zum Besten von die Informationsweitergabe in welcher Zelle entwickelt, wie wir sie heute in Pflanzen und Tieren nach sich ziehen. Ohne die Archaeen gäbe es uns nicht so, wie wir sind. Sie sind eine Verfahren Vorläufer zum Besten von wesentliche Vorgänge in unseren Zellen. Je mehr wir obig sie lernen, umso mehr verstehen wir unsrige eigene Entwicklungsprozess.
Welche Rang nach sich ziehen sie zum Besten von die Natur und den Menschen?
Da gibt es den evolutionären und den ökologischen Fassette. Um Letzteren weiß man erst seit dem Zeitpunkt rund 20 Jahren Schreiben. Selbst war einer welcher Pioniere, die Metagenomik nicht frisch nach sich ziehen, um Archaeen in welcher Umwelt zu suchen. Sie entscheiden sich überall hinauf welcher Schutzleitung – im Fußboden, im Ozean. Einzeln schon wegen ihrer Zahl sind sie wesentlich, handkehrum untergeordnet, weil sie Stickstoffverbindungen umtopfen – untergeordnet jene, mit denen wir die Felder düngen. Indem landen nur 30 von Hundert des Stickstoffs in den Pflanzen, welcher Rest wird in die Umwelt gespült. So gesehen will man in welcher Landwirtschaft verhindern, dass sich ebendiese Mikroben vermehren oder lebhaft sind. Verstehen wir, wie sie gehen, können wir sie besser regulieren. Notfalls kommen wir dann mit weniger Düngemittel aus, dasjenige die Umwelt belastet.
Archaeen produzieren untergeordnet Methangas – eines welcher Treibhausgase. Welches gibt es da zu bedenken?
Jene methanogenen Archaeen sind genauso problematisch wie die Stickstoff umsetzenden Mikroben, die Lachgas – untergeordnet ein Treibhausgas – zusammenbauen. Mit dem Entfrosten des Permafrost hat man die Sorge, dass noch viel mehr Methylwasserstoff freigesetzt wird. Doch genau die gleichen Organismen sind untergeordnet spannend zum Besten von biotechnologische Prozesse, weil sie Kohlendioxid und zu Methylwasserstoff umtopfen können. Produziert man dasjenige kontrolliert, ist dasjenige ein Energieträger verwandt wie Erdgas. Ebenfalls daran wird geforscht.
In welches Forschungsvorhaben fließt dasjenige Preisgeld?
Wir wollen die Prozesse im Fußboden und die Stickstoffumsetzung genauer studieren. Dies ist untergeordnet ein kleinster Teil Pionierarbeit mit meinem Team. Wir sind untergeordnet Pioniere in welcher Nutzbarmachung von Archaeen. Mit Nitrososphaera viennensis nach sich ziehen wir den ersten Organismus offiziell beschrieben. Er stammt aus dem 9. Wiener Gemeindebezirk – insofern untergeordnet welcher Name. Er ist unser Modellorganismus. Und jetzt sind wir so weit, dass wir Biochemie zeugen können und ich freue mich, hier tiefer tauchen zu können.
Oft wird von Urbakterien statt Archaeen gesprochen. Sind sie mit Bakterien vergleichbar?
Ihr Entdecker (Anm. welcher US-amerikanische Mikrobiologe Carl Woese) hat sie zuerst Archaebakterien genannt, später dann Archaea. Da sie vorerst nur an Extremstandorten gefunden wurden und sie an die frühe Schutzleitung erinnerten, dachte er, sie zu tun sein ursprünglich sein. Sie in Besitz sein von zu den ersten Lebewesen hinauf welcher Schutzleitung und sind zur gleichen Zeit wie Bakterien entstanden, handkehrum zusammenführen anderen Evolutionsweg gegangen. So gesehen ist welcher Fachausdruck Urbakterien nicht richtig.
Im Kontext Bakterien gibt es krankmachende und gesundheitsfördernde. Gibt es dasjenige c/o Archaeen untergeordnet?
Solange bis jetzt ist noch keine krankmachende Verfahren gefunden worden. Dessen ungeachtet es gibt Assoziationen – etwa c/o methanogenen Archaeen im Darm. Sie kommen häufiger c/o gewissen Krankheiten vor. Dessen ungeachtet es ist lieber eine Korrelation. Man hat noch kein Archaeon gefunden, dasjenige ursächlich eine Krankheit auslöst. Die Archaeen, die mit Tieren assoziiert sind, sind untergeordnet lieber Symbionten wie Pathogene. Wodurch wir hauptsächlich an den Methanbildnern und den Ammoniakoxodierern funktionieren, die hinauf welcher Schutzleitung weit verbreitet sind.
In welche Gebiete könnte man noch näher hineinschauen?
Ein anderer starker Schwerpunkt läuft wie großes EU-Projekt mit einem ERC-Grant. Da umziehen wir wieder mehr in die Evolution. Wir nach sich ziehen eine neue Schar von Archaeen kultiviert, die tatsächlich die derzeit bekannte nächstverwandte Schwestergruppe zu Pflanzen und Tieren ist. Unsrige nächsten Verwandten, wenn man so will. Sie besitzen ganz viele Gene, von denen man dachte, dass sie sich erst in den komplexeren Lebensformen entwickelt nach sich ziehen. Sie retten eine Goldgrube an neuen Genen, die wir unbedingt verstehen wollen, um zu sehen, wie komplexe Lebensformen entstanden sind. Die Bakterien und Archaeen nach sich ziehen sich vor etwa vier Milliarden Jahren entwickelt und aufgespaltet. Nachher zwei Milliarden Jahren nach sich ziehen sie sich wieder getroffen und daraus sind die Pflanzen und Tiere entstanden. An dieser ursprünglichen Linie sind wir jetzt ganz nahe dran. Jene Archaeen sehen untergeordnet spannend aus – sie zusammenbauen ganz stark Arme und ganz neue Zellformen. Sie sind komplex und sehr verwebt. In ihrem genetischen Werkstoff kann man untergeordnet wiedererkennen, dass sie ein Zytoskelett nach sich ziehen zu tun sein. (Anm. Ein Zytoskelett ist zum Besten von die mechanische Stabilisierung welcher Zelle und ihre äußere Form, zum Besten von Bewegungen sowie zum Besten von Transporte in welcher Zelle zuständig.) Man dachte, dass sich ein solches erst in höheren Lebewesen entwickelt hat. Dies Forschungsgebiet dazu ist noch jung.
Archaeen können offensichtlich sehr viel.
Ja, und dasjenige ist ein ganz großes Rätsel. Eine ganz persönliche Forschungsfrage von mir ist es, wieso dasjenige so ist, dass die so viel können, handkehrum dass die meisten davon in heißen Quellen geblieben sind und sich nur ein paar so triumphierend hinauf dem Planeten ausgebreitet nach sich ziehen. Just die Methanbildner und die Ammoniakoxidierer. Wir forschen untergeordnet an Archaeen aus heißen Quellen. Jene können wieder ganz andere Sachen. Sie können super wachsen, nach sich ziehen sich handkehrum trotzdem nicht weiter ausgebreitet.
Wie nach sich ziehen Sie hinauf die Nachricht reagiert, Preisträgerin zu sein?
Selbst war überrascht und berührt. Und ich habe mich untergeordnet riesig zum Besten von die jungen Volk in meinem Laboratorium gefreut. Selbst hätte viele Forschungsanträge stellen zu tun sein, dass sie untergeordnet weiter forschen können. Selbst bin dankbar darüber.
Dies heißt, dasjenige Preisgeld fließt in die bestehende Forschungsteam?
Ja. Und dasjenige ist ein tolles Team. Ihnen kommt welcher Preis im Endeffekt zugute. Er gibt untergeordnet Sicherheit. Wir können nachdem zwei Jahren weltweite Seuche untergeordnet wieder hinaus, und Feldforschung betreiben. Dies ist eine positive Woge, die wir gut gebrauchen können.

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