Tücken der Telephonie – 6426 Wiener nicht gut aufgelegt


Rrrrrrrrrr! Läutete dies Telephon, lagen einst die Nervenkostüm kahl. Dies Phänomen war in den Anfangstagen des Fernsprechers gemeinhin prominent. Man fand sogar zusammensetzen Fachausdruck dazu, „Telephon-Nervosität“, und rätselte zuweilen, ob die neue Technologie vielleicht den Mensch verderbe.
Denn es hatte den Erscheinungsbild, dass die Menschen, kaum griffen sie zum Hörmuschel, wie elektrisiert waren. Traten zusammen mit welcher Herstellung welcher gewünschten Verpflichtung Probleme oder Verzögerungen uff, riss zusammen mit den wartenden Anrufern nur übermäßig leichtgewichtig welcher Geduldsfaden. Dies Personal in den Zentralen konnte ein Song davon singen: Wutausbrüche und Beschimpfungen durch die „Abonnenten“, wie die Teilnehmer mit einem festen Knotenpunkt hießen, gehörten zum Arbeitsalltag wie Hektik, Lärmbelästigung und bescheidene Bezahlung.
Wie demgegenüber lief die Vermittlung einer Konversation üblicherweise ab? Beginnen wir mit welcher Schilderung des Idealfalles.
Ruft eine Person die Zentrale an, muss sie eine Kurbel betätigen. In Folge dessen erhält dies „Mademoiselle“ ein Zeichen, z.B. während eine Schnute fällt. Hinauf die Frage „Welche Nummer?“ wird selbige durchgegeben, die Telephonistin prüft, ob welcher gewünschte Telefon ungebunden ist. Ist dies welcher Kernpunkt, stellt sie die Verpflichtung durch Einstecken von am Gurt getragenen Stöpseln her. Dies Gespräch kann mit einem „Halloh-Halloh!“ seinen Entstehen nehmen.
Recht oft dürfte welcher Idealfall demgegenüber nicht eingetreten sein, glaubt man den vielen überlieferten Beschwerden. Tief Wartezeiten, falsche Verbindungen, irritierende Nebengeräusche oder Unterbrechungen raubten Telephonbenützern den letzten Nerv. Dass die Manipulantinnen meist keine Schuld traf, sondern tendenziell technische Unzulänglichkeiten sowie Bedienungsfehler welcher Abonnenten zu Händen Störungen sorgten, wollten die wenigsten wahrhaben.

Oft ging es sehr warm her in Telephonzentralen; hier eine Darstellung aus Paris 1904.
– © Skizze: Dokumentensammlung/gemeinfrei

In welcher Donaumetropole begann dies Telephonzeitalter im Monat des Winterbeginns 1881, denn die „Wiener Privat-Telegraphen-Gesellschaftssystem“ dies erste Ortsnetz in Werkstatt nahm. Die Begeisterung hielt sich noch in Säumen, nur 154 Anschlüsse wurden verlegt, v.a. zu Banken und Firmen. Für jedes den Privatgebrauch konnten sich die horrende Jahresgebühr – ab 100 Gulden – nur Wohlhabende leisten. Genauso manche Redaktionen ließen sich schon verkabeln (die „WZ“ zählte noch nicht dazu). Zu den Pionieren gehörte dies Ringtheater. Doch denn gut eine Woche nachher Herbeiführen dies Haus am 8. Monat des Winterbeginns in Flammen stand, nützte welcher Fernsprecher nichts. Weder Feuerwehr noch Polizei verfügten droben ein Telephon.
Dies Netzwerk verdichtete sich in den folgenden Jahren rasch. So meldete die „Wiener Zeitung“ am 2. Juli 1892, dass dies soeben erschienene neue Verzeichniß welcher Telephon-Abonnenten in Wien (…)wesentlich umfangreicher denn seine Vorgänger eigentümlich sei. Die Zahl welcher Abonnenten ist uff 6426 gestiegen, welches gegen den 1. Mai eine Zunahme von 1030 bedeutet.

Die Umfang des Betriebes machte die Organisation eines zweiten Wechsels erforderlich. Dies hieß in welcher Realität, dass die Anrufenden unter gewissen Umständen nicht mehr spiegelbildlich verbunden, sondern zuerst intrinsisch welcher Zentrale an eine zweite Telephonistin weitergeleitet wurden. Dieser Direction schwante ob dieser Tapetenwechsel wohl schon Übles. Sie sah sich zur Beschwichtigung welcher zürnenden Kundschaft veranlaßt, vor zu großer Ungeduld welcher die Centralstation anrufenden Personen zu warnen.
Nachdem welcher ersten Nennung welcher gewünschten Nummer müsse welcher Rufende ddas Hörrohr des Telephons unausgesetzt am Ohre behalten und die Nummer uff neuerliche Fragestellung nochmals wiederholen. Verleitet ihn die Ungeduld, inzwischen zu läuten, so macht er indem die verlangte Verpflichtung uneingeschränkt unmöglich. Ein zweites Klopfen signalisierte welcher Zentrale nämlich wirklich dies Finale eines Gespräches; wurde zwischendurch entnervt an welcher Kurbel gedreht, stiftete dies unweigerlich Verwirrung.
Die Wiener Telephonzentrale befand sich in welcher Friedrichstraße 6 im ersten Rayon (seit dem Zeitpunkt dem Extrakt des Amtes 1899 residiert an welcher Postadresse dies Kaffeehaus Museum). Laut einem Report aus 1895 versahen einst von insgesamt 406 Telephonistinnen jeweils 200 taktgesteuert ihren Tätigkeit in den dunklen und beengten Räumlichkeiten.
Gut getilgt war die Tätigkeit keineswegs. Nur manche wenige Frauen verdienten zusammen mit welcher „Wr. Privat-Telegraphen-Gesellschaftssystem“ solange bis zu 35 Gulden monatlich, die meisten mussten mit 20 auskommen – ein Hungerlohn. Dazu kamen Strafen von solange bis zu 2 Gulden, wenn Fehler passierten.Nachdem Verstaatlichung des Betriebes 1895 traten die Damen in den Tätigkeit welcher Postverwaltung. Künftig wurden 30 Gulden denn Grundgehalt fixiert.
Die eine oder andere wagte gegen Beleidigungen juristische Schritte. Zuweilen fanden sich rabiate Anrufer kleinlaut vor Tribunal wieder. Einer – er hatte eine Telephonistin denn „dumme Gans“ bezeichnet und ihr Ohrfeigen angedroht – fasste 1898 gar 14 Tage Freiheitsentziehung aus.
Kopfnuss: War Wiens erste öffentliche Sprechstelle in einem k.k. Postamt? (Geknackte Kopfnuss uff welcher nächsten Seite)

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