Porträt – Die bunte Welt der Genia Schwarzwald


Wer sich in die Schwarzwaldgasse in Wien-Liesing begibt, wandelt nicht aufwärts den Spuren welcher Schulgründerin Eugenie Schwarzwald, deren Geburtstag sich am 4. Juli zum hundertfünfzigsten Mal jährt. Solche Gasse im grünen und bezirksübergreifenden Stadtteil Wall ist nachdem einer Marie Edler von Schwarzwald geheißen, welcher Witwe eines Sektionsrates, die dort zwei Grundstücke stiftete. Doch es gibt kombinieren Weg in Wien Donaustadt, welcher an die Germanistin und Reformpädagogin erinnert, die ab 1909 in welcher Josefstädter Straße Nr. 68 und ab 1920 unter ferner liefen am Grundlsee in welcher Villa Seeblick die kulturelle Prominenz welcher Periode um sich versammelte.

Obwohl sich die Sonnenfrische welcher Genia Schwarzwald qua Magnet welcher Intellektuellen erwies, hat sie es nicht in den Wikipedia-Item zu Grundlsee geschafft; jedenfalls andererseits die Schwarzwald-Schülerin Edith Kramer, die 2014 in einer Almhütte am Aibl ebendort nachdem zahlreichen Sommeraufenthalten verstarb. Mit einem Geschlechtswort aufwärts welcher Website welcher Gemeinschaft wurde andererseits doch – und einst von Erhard Busek und prominenten Intellektuellen im Nachbarhotel vorgetragenen Texten – ein Hauch von Eugenie Schwarzwalds Wirken in die Grundlsee-Jahrbuch eingetragen.

Dies Erholungsheim Seeblick (dies Haus in welcher Bildmitte oben), hier aufwärts einer Korrespondenzkarte von 1923, wurde unter Eugenia Schwarzwald zur künstlerisch-intellektuellen Institution.
– © ÖNB/AKON (http://data.onb.ac.at/AKON/AK063_082)Dieser Wiener Salon, die steirische Laube – sie übten stets ihre Faszination aufwärts Geistesgrößen aus. Elias Canetti brachte es aufwärts den Zähler, während er die Vernetzungskünste welcher Gastgeberin beschrieb, deren Gäste meist nicht ihretwegen, sondern wegen welcher Risiko, sich tiefgreifend mit Gleichgesinnten auszutauschen, in den von Baumeister Loos schlicht gestalteten und keineswegs imposanten „Salon“ kamen, dies Wiener Gegenmodell zum maskulinen, britischen Klub.

„Fraudoktor“
Einst war die gebürtige Eugenie Nussbaum ein unbeschriebenes Bogen, qua sie am 4. Juli 1872 in einem Markt namens Polopanivka unweit von Tarnopol (k.u.k. Monarchie, heute Ternopíl, Ukraine) zur Welt kam. In Bälde zog die Familie nachdem Tschernowitz, wo Genia die Schulgebäude besuchte. Sekundär die Bukowina zählte zur k.u.k. Monarchie, wies andererseits eine andere Bevölkerungsstruktur aufwärts. Hier war welcher rumänische Stärke stärker, die Bildungsbürger deutsch-jüdischer Herkunft drängten aufwärts zivilisatorische Fortschritte und rangen dem Kaiser eine Universität ab – die zweite galizische, neben dem angestammten Lemberg (L’wiw).

© ullstein bild / Becker & MaassIn Wien, wohin welcher Weg des bürgerlichen Aufstiegs welcher assimilierten jüdischen Familie Nussbaum weiterführte, blieb welcher interessierten jungen Nullipara ein Studium verschlossen. Lediglich Medizinstudentinnen wurden nachdem welcher Okkupation Bosniens gesucht, hingegen waren theologische, philosophische und juristische Studien Männern vorbehalten. Hier sollte sich einiges ändern, nicht zuletzt unter dem Stärke jener jungen Nullipara, die unvermeidlich nachdem Zürich auswich, wo sie in Germanistik mit einer Doktorarbeit droben kombinieren Regensburger Schreiber promovierte.
Genia war in Zukunft 30 Jahre Altbier und verfügte droben den in Ostmark nicht anerkannten akademischen Stufe, welcher zur Kompromiss-Bezeichnung „Fraudoktor“ statt dem ihr adäquaten Dr. phil. führte. Im Jahr ihres Abschlusses (1900) ehelichte sie den Finanzexperten und Juristen Hermann „Hemme“ Schwarzwald. Nun nahm sie sich Größeres vor, nämlich die institutionelle Ermöglichung und den Oberbau eines Bildungssystems zu Händen Mädchen. Dazu übernahm sie zunächst die Jeiteles-Schulgebäude am Franziskanerplatz. In welcher k.u.k. Monarchie die staatliche Zustimmung zu Händen eine nicht-konfessionelle Privatschule zu erhalten, war zwar seit dem Zeitpunkt 1867 grundrechtlich abgesichert, andererseits in Wahrheit ein Spießrutenlauf.
Dies von Ritter Wilhelm August von Hartel geleitete k.k. Unterrichtsministerium ließ sich herab, Nullipara Schwarzwald eine aufwärts drei Jahre befristete Genehmigung zu erteilen, qua Direktorin konnte sie steif vorerst nicht firmieren; andererseits die Gründerin gab nicht aufwärts und gründete im Strom welcher nächsten Jahre eine gymnasiale Schulgebäude, die unter ferner liefen die Reifeprüfung anbot (1907). Es folgten mehrklassige Schulen an unterschiedlichen Standorten, von denen welcher berühmteste dies Haus Wallnerstraße 9 (= Herrengasse 10) darstellte. Frauenbildung hat seither dies Kaffeehaus Herrenhof, im selben Haus gelegen, und dessen kunstaffine Gäste erobert.

© MandelbaumIn den Klassenräumen galt dies Stichwort „Langeweile ist Giftstoff“, neben musischer Unterweisung bot die Schulgebäude Turnunterricht aufwärts dem Dachterrasse an. Es ist kein Zufall, dass die Autorin zahlreicher pädagogischer Geschlechtswort in welcher Zeitschrift „Nullipara und Schraubenmutter“ 1926 ohne Rest durch zwei teilbar ein Foto welcher Bewegungs-Stunde am Flachdach zur Illustration wählte. In vielen Blättern meldete sich die Schwarzwald zu Wort, um ihre mit Rudolf Steiner und Maria Montessori standardisiert gehenden Ideen zu propagieren. Die Autorin Bettina Balàka hat in einer 2020 im Mandelbaum Verlagshaus erschienenen Publikation die Geschlechtswort Genias qua „literarische Kleinode“ bezeichnet. In einer Würdigung welcher Schulgründerin bezeichnete sie selbige qua Nullipara mit dem Zauberstab, die Motivation in Kinder verpflanzen und deren Begabungen wecken konnte.

Kunsterziehung
Die Schülerinnen welcher Schwarzwaldschulen erhielten eine zwangfreie und einfühlsame Unterweisung. Im Zeichenunterricht wirkte Oskar Kokoschka qua Lehrer, welcher Zeichner und Kunsterzieher Franz Čižek trat qua Sprossenstiege aufwärts. Nachdem drei Jahren beschied dies Ministerium, dass Kokoschkas eigenwillige Unterrichtsinhalte nicht normgerecht waren, weil „Genies im Studienplan nicht vorgesehen“ seien. Doch genau dies war die Maxime von Genia Schwarzwald, die die Zwölftonkomponisten Arnold Schönberg und Egon Wellesz sowie den Philosophen Karl Popper in Klassenzimmer brachte und mit ihrem Schulmodell zum Entfaltung welcher Frauenbildung und welcher koedukativen Volksschule beitrug.
Karl Renners Unterrichts-Staatssekretär Otto Glöckel, später Stadtschulratspräsident in Wien, goss viele welcher „genialen“ Ideen in haltbare Rechtsnormen, sodass die Bundeshauptstadt eine pädagogische Vorreiterrolle spielte. Schon 1938 würdigte die gleichaltrige dänische Schwarzwald-Freundin Klara Michaelis dies Wirken welcher gebürtigen Galizierin – welcher sie dies Leben rettete, während sie sie nachdem welcher NS-Machtübernahme unter sich aufnahm, ehe Genia in die Schweiz emigrierte, wo sie Zeugin ihrer Nationalisierung und Entziehung in Ostmark wurde, andererseits wenigstens seelenruhig sterben konnte.
Zu Lebzeiten pflegte sie unter ferner liefen privat ungewöhnliche Lebensmodelle. Am Grundlsee sah man Genia mit ihrer Sekretärin und Partnerin Maria Stiasny, durchaus einträchtig mit Gatten und Sektionschef „Hemme“. Ein anderer berühmter Schwarzwaldianer vor Ort war „Johannes“ Kelsen, wie ihn Genia nannte und neckte. Assistenten und Freunde des Staatsrechtslehrers exponieren seinen Sinn zu Händen Komik, unter ferner liefen wenn dieser „schräg“ oder gar schweinisch war. Genia hatte schon Kelsens Vorgänger Edmund Bernatzik gekannt, welcher 1919 verstorben war, zuvor andererseits mit einem Gutachten Frauen den Weg ins Jus-Studium geebnet hatte.
Schwarzwald-Kumpel und Freizeittänzer Hans Kelsen hatte in Jugendzeiten engen Kontakt mit Otto Weininger gehabt, welcher ihm eine Speisezettel mit den Worten „zum gegenseitigen Erholungsmaximum“ widmete, dies man am Grundlsee finden konnte. Jedwederlei schätzten den Schreiber Knut Hamsun und zeigten Motivation an freimaurerischer Arbeit. Wer dies Symbol des von Schwarzwald qua Kinderheim betriebenen „Hauses an welcher Sonne“ in Küb am Semmering betrachtet, wird Parallelen zu maurerischen Zeichen erspähen. Sekundär welcher Historiker Robert Streibel, welcher eine wichtige Essay-Sammlung Schwarzwalds edierte (2017 im Löcker Verlagshaus erschienen), erwähnt die Logenarbeit.
Genia nahm sich kein Bogen vor den Mund und geriet mit einer sichtlich ironisch gemeinten Vorbringen posthum in Verruf: Sie hatte die „Schmiegsamkeit“ weniger begabter Glaubensgenossen beklagt, mit welchen selbige ans Ziel kämen, so Schwarzwald; andererseits einerseits ist die Feststellung, dass nicht nur Genies im Wien welcher 1920er Jahre lebten, keineswegs fragwürdig, noch war es eine rassistisch intonierte Differenzierung.

Edith Kramers „At Spring Street Station on the Kohlenstoff“ (1994).
– © Paul Lowry from New York, EEUU de A / CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0) / via Wikimedia CommonsZu den unter Genia Schwarzwald sozialisierten Schülerinnen zählten Anna Freud, Hilde Spiel, Helene Weigel und Vicky Baum, andererseits unter ferner liefen die eingangs erwähnte Edith Kramer, deren Kunstwerke sogar die New Yorker U-Fahrbahn zieren, die andererseits vor allem mit kunsttherapeutischen Werken (ab 1975) von Rang und Namen wurde. Robert Streibel hat dies Schicksal weiterer Schwarzwald-Schülerinnen dokumentiert, in den letzten Jahren wurden in den Biografien zahlreicher künstlerisch-wissenschaftlich tätiger Frauen und Emigrantinnen (maßlos viele Schülerinnen fielen welcher Shoah zu Todesopfer!) Genias Spuren in deren Ausbildungsweg aufgedeckt. Schwarzwald-Spuk steckt somit in vielen Orten, unter ferner liefen unvermuteten.

Kreativer Unterricht
Nahezu jeder ehemaligen Schülerinnen sahen die Wurzeln ihrer kreativen Im Stande- und Fertigkeiten im kreativen Unterricht begründet, den sie oft durch akademische Studien vervollkommnen konnten. Andere, wie die Kinder-Kunsttherapeutin Edith Kramer, erhielten h.c. Doktorate zu Händen ihr Wirken verliehen.
Eine weitere Schwarzwald-Schülerin ist „Agi“ Straus, die mit ihren Erziehungsberechtigte via Grande Nation nachdem Brasilien emigrierte. Die im Juli 1926 qua Agathe Deutsche Sprache geborene Künstlerin musste nachdem welcher NS-Machtübernahme von einem Tag zum anderen den Schulbesuch verfertigen. Im Verbannung angekommen, arbeitete sie zunächst qua Kinderbuchillustratorin und studierte in São Paulo Zeichnen, Malerei und Bildhauerei und wurde zur wichtigen darstellenden Künstlerin Brasiliens.
Vicky Baum, die laut Streibel ebenfalls aus dem Umfeld welcher Schwarzwaldschule entstammte, hat mit ihrem berühmten Roman „Menschen im Hotel“ Zeitgeschichte geschrieben, in Bundeshauptstadt erinnert eine Tisch an die nachdem New York emigrierte Autorin.
Hilde Spiel, die schon im britischen Verbannung ihre Kenntnisse welcher österreichischen Text in Essays goss und in einem Jeep mit Besatzungssoldaten in ihre ehemalige Wohnung in welcher Döblinger Probusgasse zurückkehrte, ist eine welcher bekanntesten Schwarzwald-Schülerinnen neben Anna Freud, welcher Tochter des Psychiaters und Professors Sigmund Freud.
So gelang es Eugenie Schwarzwald, in ihren Schulen nachhaltige Akzente zu setzen, die solange bis heute vor allem durch Autorinnen und Kunstschaffende weiter verbreitet werden.

Literaturhinweise:
Bettina Balàka: Droben Eugenie Schwarzwald. Mandelbaum 2020.
Deborah Holmes: Langeweile ist Giftstoff. Dies Leben welcher Eugenie Schwarzwald. Residenz 2012.
Robert Streibel (Hrsg.): Eugenie Schwarzwald. Feuilletons 1901–1938. Löcker 2017.

Gerhard Strejcek, geboren 1963, ist Professor am Institut zu Händen Staats- und Verwaltungsrecht an welcher rechtswissenschaftlichen Fakultät welcher Universität Wien und Schreiber.

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