Lueger-Denkmal – De-Installation – Wiener Zeitung Online


Unartig Zungen könnten behaupten, es wurde längst kontextualisiert, dasjenige umstrittene Lueger-Monument beim Stubentor. Von roten, dornigen Rosen umrahmtes braunes, ausgedörrtes Grün wächst aufwärts dieser Fläche davor. Die Bronzefarben-Statue des ehemaligen Wiener Bürgermeisters gleicht in dieser Färbung immer mehr dieser ausladenden platanus hybrida im Hintergrund und die Auspuffgase dieser Autos, die, von dieser Wollzeile kommend Richtung Ring stauen, sowie die Hinterlassenschaften dieser Fiakerpferde sorgen zu Händen olfaktorische Unbilden.

Dasjenige rund zehn Meter hohe Monument Luegers, dieser von 1897 solange bis 1910 christlich-sozialer Ortssprecher dieser aufstrebenden Donaumetropole war, ist seitdem Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, dasjenige umstrittenste Monument Wiens. Jener unverhohlene Judenhass und Nationalismus des populistischen (und seinerzeit populären) Politikers wurde immer wieder thematisiert, dieser Sinn des Standbildes in dieser Zentrum immer wieder hinterfragt. Dasjenige Monument sorgte seitdem jeher zu Händen Diskussionsstoff. Vom Beginn dieser Spendensammlung zu Händen die Finanzierung im Jahr 1910 solange bis zur Errichtung im Jahr 1926.

Zu Gunsten von etwa ein Jahr soll eine Installation dasjenige Monument in neuen Kontext setzen. – © Georg HönigsbergerAm Mittwoch präsentierten Kulturstadträtin Veronika Kaup-Hasler (SPÖ) und dieser Bezirksvorsteher des ersten Bezirks, Markus Figl (ÖVP), nun erstmals eine (vorübergehende) Problembeseitigung: Eine ausladende, fragile Holz-Konstruktion soll dem monumentalen Werk am Dr.-Karl-Lueger-Sportstätte gegensätzlich werden. „Die Skulptur markiert den Sportstätte wie Ort dieser Reflexion“, sagt Kaup-Hasler. „Es ist ein lebendiger Mahn- und Lernort zu Judenhass und Fremdenfeindlichkeit.“

Bunte Silhouetten

Am Brunnen des Siebenbrunnenplatzes ist dasjenige Konterfei Luegers ebenfalls verewigt.
– © Nathalie ConradMehr wie 30 Meter weit und höher wie dasjenige Lueger-Monument wird sich die Installation von Nicole Six und Paul Petritsch oberhalb den Sportstätte erstrecken. In den Rahmen eingebettet montieren die beiden Künstler bunte Silhouetten von 15 heute noch in Wien existierenden Orten, die mit Lueger verbunden sind oder waren: etwa die Friedhofskirche am Zentralfriedhof, dasjenige umstrittene Monument selbst, oder dieser Brunnen am Siebenbrunnenplatz. „Wir dokumentieren und vermessen die Lueger-Denkmäler in Wien und einbringen sie aufwärts den Lueger-Sportstätte“, erklärt Six. „Es ist Erinnerungskultur“, sagt Bezirksvorsteher Figl, „wo wir uns dieser Vergangenheit stellen und sie nicht entsorgen.“
„Lueger temporär“ ist dieser Name des mit etwa 100.000 Euro veranschlagten Kunstwerks beim Monument. Und dieser Name ist Sendung: Es wird im September oder zehnter Monat des Jahres dieses Jahres errichtet und nur etwa ein Jahr weit den Ort dominieren. Im Herbst 2023 soll es, wenn dieser Zeitplan hält, von einem neuen, diesmal für immer bestehenden Kunstprojekt ersetzt werden.
Derzeit wird ein internationaler Wettbewerb „zur permanenten künstlerischen Kontextualisierung des Lueger-Denkmals“ (Kaup-Hasler) vorbereitet, dieser im Herbst starten soll. Ziel ist es laut dieser Kulturstadträtin, 15 internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu profitieren. Die technischen Rahmenbedingungen werden mit den zuständigen Magistraten und dem Bundesdenkmalamt klug. Die inhaltliche Grundlage zu Händen den Wettbewerb wird von einer wissenschaftlichen Kommission erarbeitet. Dasjenige Siegerprojekt wird von einer – ebenfalls internationalen – Jury gekürt. 500.000 Euro sind zu Händen die Errichtung dieser permanenten Installation vorgesehen, die im Herbst 2023 den Sportstätte des temporären Kunstwerks schlucken soll.

Sprayer setzten sich durch
Vonseiten dieser Stadt hofft man, dass die Kunstprojekte zur Meditation dieser oft hitzig geführten Diskussion um dasjenige Standbild des Antisemiten hinzufügen. Vor zwei Jahren ist dasjenige Lueger-Monument erstmals großflächig mit „Schande“-Schriftzügen besprüht worden. „Wir nach sich ziehen es reinigen lassen und es wurde wieder besprüht. Teilweise gab es gewalttätige Auseinandersetzungen mit dieser Polizei“, erinnert sich Kaup-Hasler. Noch eine Reinigung später waren die Sprayer wieder munter. Diesmal schritt hingegen dasjenige Denkmalamt ein: Eine weitere chemische Säuberung sei zu gefährlich und könne Grundsubstanz und Statik des Denkmals gefährden.
Die Stadt berief 2021 kombinieren „Round Table“ im Rathaus ein. Mehr wie 40 Personen aus Kunst, Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft diskutierten oberhalb dasjenige Monument. „Es hat sich gezeigt“, sagt Kaup-Hasler, „dass dasjenige Lueger-Monument nicht mehr unkommentiert bleiben kann, sondern Handlungsbedarf besteht, dieser oberhalb die seitdem warme Jahreszeit 2016 existierende Zusatztafel hinausgeht.“
Mit den beiden Kunstprojekten soll dem Zeche getragen werden. Die Kulturstadträtin hält nichts davon, in Diskussion geratene Kunstwerke in Depots oder gesondert zu diesem Zweck geschaffenen Parks zu verräumen. Man solle sie im öffentlichen Raum belassen und den Konnex zum Heute herstellen. „Wo, wenn nicht hier, eingehen wir mit Kunst?“, meint Cornelia Offergeld, Kuratorin des Kunstprojektes am Lueger-Sportstätte.

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