Kabarett – Ein dunkles Lied vom Wiener Herzen


Wohnhaft bei welcher Suche nachdem dem „Krüppellied“ erhält man nebst Google denn Wortedrechsler Helmut Qualtinger angezeigt, manchmal verbinden mit André Heller. Die beiden nach sich ziehen dies Song 1979 pro die LP „Heurige und gestrige Lieder“ aufgenommen. Nachdem es im ORF ausgestrahlt worden war, gab es – stark vor Political Correctness und Cancel Cuture – vereinigen Proteststurm.

„Wenn ich mal trüber Laune bin / Dann geh ich zu den Blinden / Und lache mir den Buckel schief / Wenn sie die Tür nicht finden. (…) Krüppel ham so welches Rührendes / Krüppel ham welches Verführendes / Wenn ich so vereinigen Krüppel seh / Wird mir ums gold’ne Wienerherz / So woarm und weh, hallo!“
Dies Song hieß ursprünglich „Krüppel-Fox“, und wenn man diesen Titel nebst Google eingibt, wird, neben Qualtinger, nebensächlich welcher eigentliche Wortedrechsler genannt: Peter Hammerschlag.
Es ist irgendwie schade, dass von diesem nur einer seiner schwärzesten Texte von Rang und Namen geblieben ist – und nicht einmal mit seinem Namen in Vernetzung gebracht wird. Doch war er nebensächlich, wie welcher Germanist Wendelin Schmidt-Dengler einmal schrieb, „Wortedrechsler keines Buches“. Wenigstens gab es, 30 Jahre nachdem Hammerschlags Tod in Auschwitz, ein Revival, denn Friedrich Torberg 1972 ein Hammerschlag-Buch herausgab – und hierfür die Texte des Autors stark bearbeitet hatte.

Wienerisch makaber
Siglinde Bolbecher, welche die Vorstellung „Varietétheater und Satire im Widerstand“ im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes gestaltet hat, beschreibt ihn so: „Aufgewachsen in einer gutbürgerlichen Familie, war er zutiefst im Wienerischen verwurzelt, vertraut mit vielen Milieus und Idiomen. Er schöpfte einerseits aus dem Kanon des ,Wiener Humors‘ mit seiner Idiomatik und seinen Typen. (…) Die Welt diente Hammerschlag denn eine exotische Kulisse pro die Wirkung welcher Phantasie, die ihre Abstumpfung am Vorurteil findet, mit dem sich’s gut makabren, humoresken Witz treiben lässt.“
Peter Hammerschlag wurde am 27. Juno 1902 im 9. Wiener Gemeindebezirk denn Sohn des Ohrenarztes und Universitätsprofessors Victor Hammerschlag geboren. Seine Erziehungsberechtigte hatten 1899 nachdem jüdischem Ritus geheiratet; aus Anlass von Peters Eintritt in die Volksschule 1908 trat seine Schraubenmutter verbinden mit ihm zum katholischen Vertrauen zusätzlich. Schon im Oberschule fiel Peter durch seine außerordentliche zeichnerische und komisch-schauspielerische Begabung hinauf (und gestaltete in Kürze Revuen mit dem späteren „Opernführer welcher Nation“, Marcel Prawy). Nachdem welcher Matura besuchte er Kunstgeschichte-Vorlesungen und vereinigen Lehrgang pro Buch- und Illustrationsgewerbe.

Friedrich Torberg im Jahr 1951.
– © Fotograf im Auftrag welcher United States Information Agency (Pictorial Section welcher Information Services Branch (ISB) / Public domain / via Wikimedia CommonsIm Kaffeehaus Herrenhof lernte er seinen späteren Mentor Friedrich Torberg Kontakt haben, zusätzlich dessen Vermittlung er Texte und Zeichnungen in Zeitschriften und Zeitungen veröffentlichen konnte. Fruchtlos versuchte Torberg, Hammerschlag von dem Gedanken abzubringen, sich dem Varietétheater zuzuwenden. Von einem Engagement in Spreeathen konnte er in der Tat nicht leben und dichtete:
„Solange bis zusätzlich eine ‚Weill‘ dies Pumpe mir ‚Brecht‘ / … Jener ‚Torberg‘ ragt! / Mit Recht geschieht ihm recht. Die ‚Stände‘ hocken in den ‚AwertSchenken‘: / ‚Weinheber‘ … ‚Kramer‘ … Reimen, trachten denken. / Mein Schädel hängt wie welcher vom ‚Fallada‘. / meine Wenigkeit frag mich selbst: ‚Vorleger Mann, welches nun?‘ / Seid ihr denn gegen Hammerschlag unempfindlich? / Dies ist ‚Mein Spasmus‘!“
Neben einem nur fragmentarisch erhaltenen, wahrscheinlich nie fertiggestellten Kinderbuch zusätzlich vereinigen fünfjährigen „Burschi“ hat Hammerschlag ein „Bilderbuch pro schlimme Kinder“ geplant, dies welcher angeschriebene Verlagshaus nicht annahm. Zweitrangig seine Gedichte brachte er nicht unter. Erhalten ist weiters dies Fragment eines Romans, den Hammerschlag in zwei Handlungsstränge unterteilen wollte (eine Kleinigkeit entscheidet, ob die Hauptfigur ein treuer Staatsdiener oder ein eigennütziger Petze wird). Wahrscheinlich sollte es, so welcher Germanist Klaus Kastberger, ein kabarettistischer Roman werden und wahrscheinlich sei Hammerschlag an welcher langen Form gescheitert. Denn seine Begabung lag offensichtlich sonst wo: hinter und hinauf den Kleinkunstbühnen.

Kleinkunstkarriere
Wie die Schauspielerin und Chansonniere Stella Kadmon im Fachterminus war, 1931 die Kleinkunstbühne „Jener liebe Augustin“ (im Souterrain des Kaffeehaus Prückl) zu gründen, gab ihr ein Zeitungsredakteur den Tipp: „meine Wenigkeit weiß den richtigen Mann pro dich! Verknüpfen Meschuggenen! … Ein Genie, ein hochgebildeter Jüngling.“ Hammerschlag schrieb in nur einer Woche dies erste Sendung, wurde zum Hausdichter, Conférencier, Schauspieler – und zum „Radarkontrolle“: Gen Stichworte aus dem Publikum reimte er zu einem gewünschten Themenbereich und im Stil eines vorgeschlagenen Dichters.

Stella Kadmon (sinister) mit ihren Varietétheater-Mitstreitern, u.a. Peter Hammerschlag (3.v.r.).
– © ÖNB-Bildarchiv / picturedesk.comNach dem Bürgerkrieg im Februar 1934 wollte Kadmon Programme, die mehr hinauf dies aktuelle politische Geschehen reagierten, doch dies war Hammerschlags Sache nicht. Er wurde ersetzt. Ab 1935 schien sein Name in den Programmen anderer bekannter Wiener Kleinkunstbühnen hinauf, darunter die „Stachelbeere“, dies „ABC“ und die „Text am Naschmarkt“.
Nachdem dem Okkupation welcher deutschen Truppen 1938 flieht Hammerschlags Gebrüder Valentin nachdem Argentinische Konföderation, welcher Vater verliert seine Rente, die Erziehungsberechtigte werden welcher Wohnung verwiesen und ihres Vermögens beraubt. Hammerschlag flüchtet nachdem Jugoslawien und wird von den Behörden abgeschoben. 1941 ist er denn Zwangsarbeiter eingesetzt, 1942 werden die Erziehungsberechtigte nachdem Theresienstadt deportiert. Hammerschlag versteckt sich nebst einem Kamerad, wird hinauf welcher Straße aufgegriffen, nachdem Auschwitz gebracht und dort getötet.
Dann wurde es still um ihn. Nachdem Farkas, Grünbaum und Kadmon wurden Straßen genannt, an den „Meschuggenen“ erinnerte erst Friedrich Torberg wieder, 1972 mit dem Buch „Jener Mond schlug grad halb acht“. Doch hat Torberg in den Hammerschlag-Texten Interpunktionen und Wortwiederholungen reduziert oder gestrichen, manches inhaltlich bearbeitet und hiermit vor allem Anzüglichkeiten getilgt.

Peter Hammerschlag denn Mitwirkender beim „Wiener Magazin“.
– © Austrian Archives / brandstaetter images / picturedesk.comHammerschlag: „Die Ahnfrau schon trat ‚höchste Schulhaus‘ / So zierlich, so zierlich und nett!“
Torberg: „Schon die Ahnfrau trat höchste Schulhaus / Und schwebt noch im Raume, so zierlich verweht.“
Hammerschlag: „Pflegen Sie beim Coitus zu Kläffen? / Nach sich ziehen Sie ein Keimling-Päderastiv?“
Torberg: „Pflegen Sie beim Beischlaf zu Kläffen? / Träumen Sie? Wie oft, wie weit, wie tief?“
Im Reim „Franz, dies freche Dromedar“ geht dieser mit seiner Schraubenmutter durch die Wüste. Die Schraubenmutter sagt, Franz solle nicht so vereinigen Buckel zeugen, worauf Franz meint, seine Schraubenmutter habe ja sogar zwei Buckel. Hammerschlags Schlusspointe lautet: „Da legt Mama ihn übers Kniegelenk / Und drischt dies kecke Buckelvieh“ (darob: Wo dies Beweisgrund endet, beginnt die Züchtigung), während Torberg mit welcher Allerweltssentenz endet: „Hieraus ersieht man indirekt: / Jener wilde Jahre fehlt’s heut an Respekt.“
Zweitrangig wenn Torberg vieles gestrichen hat, so hat er den „Krüppel-Fox“ doch in sein Hammerschlag-Buch aufgenommen. Wenn dies Urtext nebensächlich wie folgt lautet: „Krippel nach sich ziehen so welches Riehrendes, / Krippel nach sich ziehen welches Verfierendes, / Wenn ich mit einem echten Krippel spiel, / So ist dies stets fir mich ein Hochgefiel.“

So gut wie ein Geheimtipp

© ZsolnayAber jedenfalls: Nachdem dem Erscheinen von „Jener Mond schlug grad halb acht“ begannen neben Heller und Qualtinger nebensächlich Gerhard Bronner und Peter Wehle Werke von Hammerschlag in Lesungen und Vertonungen zu interpretieren. Vor 25 Jahren widmete ihm dies Jüdische Museum Wien die Vorstellung „Ring Schlingel Borgia“, und Monika Kiegler-Griensteidl brachte beim Zsolnay-Verlagshaus zwei Bücher mit Urtext-Texten hervor („Die Affenparty“ mit Prosa-Texten ist immer noch verfügbar).
Doch außer von einer weiteren „Krüppellied“-Einspielung durch die Wiener Schinken 5/8erl in Ehr’n 2012 bleibt Hammerschlag ein vergessener Varietétheater-Texter welcher 1930er Jahre. In diesem Zusammenhang wirken viele seiner Texte, ohne Rest durch zwei teilbar weil sie nebst welcher Entstehung nicht tagesaktuell waren, nahezu heutig. Ein Extraktion aus „Jener Gehenkte“ mag dies illustrieren:
„Gestatten! Entschuldigen! Florian Ziehrer! / Gehenkt im August. Fachgebiet Tapezierer. / Drei Kinder, verheirat, a Wurzen, katholisch, / Sanguinisch, zuständig und leichtgewichtig alkoholisch. / (…) Ins Stammbeisl flieg ich um zuzuschaun, / Wias den Schlosser beim Sechsundsechzig ums Haxel haun! / Die sackeln ihn aus und er beutelt mitn Kopf! / So weit wia i glebt hab, war i halt welcher Hopf!“

Literarisch-politische Kleinkunst ab 19001901 gründete Felix Salten (welcher Wortedrechsler von „Reh“ und „Josefine Mutzenbacher“) dies „Jung-Wiener Theater zum Lieben Augustin“, dies sich jedoch nicht durchsetzen konnte. Kommend wurde die „Fledermaus“ eröffnet (Regisseur ab 1908: Egon Friedell) und 1911 dies „Bierkabarett Simplizissimus“ (in Kürze „Simpl“ genannt).Verknüpfen ersten Höhepunkt erreichte dies Wiener Varietétheater in den 1930er Jahren, denn zeitweise solange bis zu 25 Kellerbühnen taktgesteuert in Wien existierten. Herausragende Künstler waren etwa Leo Aschkenasy (Leon Askin), Fritz Eckhardt, Hugo Gottschlich, Heidemarie Hatheyer, Hilde Krahl, Josef Meinrad, Fritz Muliar, Erich Nikowitz, Rudolf Steinboeck und Gusti Wolf. Im „Simpl“ waren die Doppelconferencen von Karl Farkas und Fritz Grünbaum ein besonderer Lorbeeren.Dies erste zeitkritische Varietétheater Wiens war welcher von Stella Kadmon und Peter Hammerschlag im November 1931 eröffnete „Liebe Augustin“. Mit welcher 1933 von Rudolf Weys gegründeten „Text am Naschmarkt“ (innig verbunden mit „Die Stachelbeere“) wurde dies Literaturform „salonfähig“. Dies „Varietétheater ABC“ zeigte ab 1934 nebensächlich Stücke von Juristik Soyfer, dem Erneuerer des Volkstheaters (mit politischem Engagement).Nachdem 1945 erlebte dies Wiener Varietétheater eine Wiedergeburt. Von den Bühnen welcher 1930er Jahre wurden die „Text am Naschmarkt“ solange bis 1947 und welcher „Liebe Augustin“ – zuerst von Fritz Eckhardt und Carl Merz – solange bis 1948 weitergeführt (und durch Stella Kadmon, die 1947 aus dem Verbannung heimgekehrt war, ins „Theater welcher Courage“ umgewandelt, mit vielen Erst- und Uraufführungen zeitkritischer Stücke; ab 1981 von Emmy Werner weitergeführt). 1952 brachte dies Quartett Helmut Qualtinger, Carl Merz, Michael Kehlmann und Gerhard Bronner in welcher „Kleinen Lustspiel“ mit großem Lorbeeren die Kabarettrevue „Brettl vor’m Kopf“ hervor. 1961 beendete Qualtinger mit dem „Hackl vor’m Kreuz“ seine Karriere denn Kabarettist und sorgte im selben Jahr mit dem „Herrn Karl“ pro Begeisterung und Entrüstung.Werner Schuster, geboren 1962, lebt denn Kulturarbeiter und Journalist in Wien.

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