Donauinselfest – „5 Euro könnte sich jeder leisten“


Welches Senfbrote, Hackschnitzel und die Wiener ÖVP mit dem von jener SPÖ Wien organisierten Donauinselfest zu tun nach sich ziehen, schildert Harry Kopietz, Gründervater des mutmaßlich größten Musikfestivals jener Welt im Gespräch mit jener „Wiener Zeitung“. Diesen Freitag fiel jener Startschuss zu Händen die 39. Ausgaben des Events, dasjenige zwischen Nord- und Reichsbrücke wieder hunderttausende Menschen kommen werden. Nummer 37 und 38 waren wegen jener Weltweite Seuche-Maßnahmen nicht qua Publikumsmagneten konzipiert.

Falco, Udo Jürgens, Kelly Family
Wer Donauinsel sagt, muss Falco sagen. Dies tut wiewohl Kopietz, jener dasjenige Starr von 1993 qua vereinen jener Höhepunkte preist. Gewitter mit Starkregen samt Blitzschlag und Stromausfall machten dasjenige Musikaufführung des 1998 verstorbenen Popmusik-Musikers zum wohl legendärsten Live-Entertainment hinaus jener Inselbühne.Kopietz‘ Liebling Udo Jürgens hatte schon ein Jahr zuvor zu Händen vereinen Publikumsrekord gesorgt. 220.000 sollen sein „Immerhin Litanei mit Sahne“ lauthals mitgesungen nach sich ziehen. Schon 1995 wurde die Zahl – zum bislang letzten Mal – übertroffen: Dem Gesang jener Kelly Family sollen 250.000 Menschen gelauscht nach sich ziehen.

Harry Kopietz (73) gilt qua Tüftler des Wiener Donauinselfestes und hat es 25 Jahre weit organisiert. Welcher SPÖ-Volksvertreter war Kulturreferent, Landesparteisekretär und saß im Gemeinderat. Von 2008 solange bis 2018 war er Staatsoberhaupt des Wiener Landtages. Nun ist er unter anderem Staatsoberhaupt des Wiener Pensionistenverbandes.
– © apa/Georg HochmuthFendrich statt Danzer
In ähnliche Dimensionen stießen nur Christina Stürmer (2006, 180.000 Zuseher) und Rainhard Fendrich vor, jener im Jahr 2007 kurzfristig zu Händen seinen wenige Tage zuvor verstorbenen Kollegen Georg Danzer eingesprungen war, und vor 200.000 sein „Musikaufführung statt und zu Händen Georg Danzer“ gab.
„Wiener Zeitung“: Hr. Kopietz, können Sie von kurzer Dauer erzählen, wie dasjenige Donauinselfest entstanden ist?Harry Kopietz: 1983 qua die Donauinsel zwischen Nordbrücke und jener Brigittenauer Kontaktbolzen natürlich benützbar war, hab‘ ich mit meinen Freunden in Floridsdorf, ich war weiland ein junger Bezirksrat, beschlossen, dass wir ein Starr zeugen.Die Idee ist demgegenüber nicht spontan entstanden. Welcher Grund hinten war, dass ich mich immer beim Stadtfest herumgetrieben habe. meine Wenigkeit habe mich geärgert, dass die ÖVP, qua die Donauinsel beschlossen wurde, aus jener Koalition quasi ausgestiegen ist. Die nach sich ziehen gemeint, dasjenige sind ja nur unnötige Gelder, um eine Zone zu Händen Proleten mit ihren Hunden – wortwörtlich – zu schaffen.
Problem zusätzlich den politischen Gegner qua Antrieb?meine Wenigkeit verstehe mich mein ganzes Leben qua Kunst- und Kulturarbeiter. Weil ich es immer qua Transmissionsriemen betrachtet habe, um mit Menschen in Kontakt zu kommen, Künstlern Arbeit zu verschenken und so weiter. Dann nach sich ziehen wir 1983 mit viel Empathie ein Starr mit drei Bühnen vorbereitet. Großspurig habe ich getönt, es werden 15.000 solange bis 20.000 Gast kommen.
Und dasjenige war schon hochgegriffen…Dasjenige war schon voll hochgegriffen, weil wir Sponsoren gewünscht nach sich ziehen, Menschen, die Geld hergeben. Wenn ich gesagt hätte, dass 7.000 solange bis 8.000 kommen, hätten wir weniger Geld bekommen.
Gekommen sind weiland zu Minisex, Tom Pettings Hertzattacken und Heli Deinböck dann wesentlich mehr.Gekommen sind 160.000. Dasjenige war Woodstock. Dasjenige war wirklich Woodstock. Mit vielen, vielen Unterstützern, Freunden und Freiwilligen nach sich ziehen wir dasjenige In trockenen Tüchern. Wir nach sich ziehen wiewohl die Essens- und Getränkeversorgung selbst gemacht und waren völlig überfordert. Wir sind mit zwei zwölf Stück Autos in ganz Wien herumgefahren, nach sich ziehen Würstelstände leer gekauft, nach sich ziehen die Feuerwachen leergemacht mit den Restbeständen an Gericht und Trinken und nach sich ziehen am Schluss nur mehr Senfbrote verkauft.

Es war jener Startschuss zu Händen dasjenige Donauinselfest.Es war großartig. Welcher damalige Landesparteisekretär jener SPÖ, Günther Sallaberger, war Gast. Den hab‘ ich eingeladen gehabt. Welcher war so begeistert, dass er gesagt hat: ,Du hast ab morgiger Tag vereinen Schreibtisch in jener Löwelstraße (Parteizentrale jener SPÖ, Anm.), wir konfektionieren zu Händen dasjenige nächste Jahr ein großes Donauinselfest vor.‘ Und dasjenige war dann 1984 dasjenige erste Wiener Donauinselfest.
Sie nach sich ziehen dasjenige Starr 25 Jahre weit organisiert. Werden Sie im kommenden Jahr wiewohl zum 40. vorbeischauen?meine Wenigkeit schau immer wieder qua Gast vorbei und treib mich unter falschem Namen hinaus jener Insel herum. Dasjenige gelingt mir nur nie, weil mich die Personen immer wiedererkennen. Vor allem die diversen Veranstalter. Vielleicht noch eine Vergangenheit zur Philosophie des Festes, warum es so siegreich ist. meine Wenigkeit habe mir weiland überlegt, so viele Inseln hinaus jener Insel zu zeugen, dass möglichst viele Interessenlagen angesprochen und viele Menschen angezogen werden. Dann ist man gezwungen, vieles anderes wiewohl zu sehen, weil man durch die Inseln durchwandern muss. meine Wenigkeit hab‘ zum Muster ganz klar die Praterinsel mitten in dasjenige Festgelände gestellt. Da nach sich ziehen mir viele Kulturschaffende gesagt, die Praterinsel, dasjenige Festzelt, kann man vielleicht am Rand demgegenüber nicht in die Zentrum verschenken. Meine Idee war demgegenüber, dasjenige zentral zu positionieren. In Folge dessen sollen jene, die vielleicht nur die Praterinsel und dasjenige Festzelt suchen, kilometerweit durch andere Angebote wandern und können sich vielleicht zu Händen dasjenige eine oder andere begeistern.
Erziehungsarbeit?Überzeugungsarbeit.
Welches waren zu Händen Sie die negativen Höhepunkte jener Starr-Vergangenheit?Dass dasjenige Donauinselfest zweimal ins Wasser mögen ist, weil es solange bis zum Geht-nicht-mehr geschüttet hat. Nebst einem jener ersten Donauinselfeste mussten wir dasjenige Sendung zu Händen Freitag und Satertag absagen und die Highlights hinaus den Sonntag verschieben. Wir nach sich ziehen weiland tonnenweise Hackschnitzel hinaus jener Insel ausgestreut, Schächte ausgehoben und die Feuerwehr hat Wasser abgepumpt. Sonst könnte ich nicht sagen, dass irgendetwas nicht so war, wie ich mir dasjenige vorgestellt hätte.
Und Ihre Highlights?Highlights gab es Unmengen. Sehr beeindruckend war zu Händen mich dasjenige Falco-Musikaufführung, wo ich weiland von jener Behörde den Auftrag hatte, die Insel zu zeitweilig ausschließen, dasjenige Starr abzubrechen. meine Wenigkeit hab‘ gesagt, wenn wir dasjenige zeugen, bricht die Hölle aus. meine Wenigkeit musste unterschreiben, dass ich, wenn welches passiert, die völlige Verantwortung übernehme. Dasjenige war demgegenüber ganz wie am Schnürchen, weil die Verantwortung habe ich so und so gehabt. Beeindruckend waren die Konzerte wie dasjenige von Udo Jürgens. Dasjenige war unglaublich. Wir hatten mehr qua ein zwölf Stück Mal STS hinaus jener Speicher, die liebe ich. Es waren hunderte, wenn nicht tausende Geschichten, die mich beeindruckt nach sich ziehen. Es gibt wiewohl ein Buch – „Vergiss Woodstock“ -, dasjenige ich zum 20-jährigen Jubiläum gemacht habe. Leider vergriffen… meine Wenigkeit könnte stundenlang erzählen.
Hat sich dasjenige Starr seit dem Zeitpunkt jener Gründung weiterentwickelt?Weiterentwicklung kann man nicht wirklich sagen. Es zu vergleichen, wäre nicht in Systematik. Es ist mühsam genug, so ein Starr hinaus die Beine zu stellen und zu finanzieren.
Welches sind die Unterschiede?Zu meiner Zeit hatte ich den Vorteil, dass es noch kein Corona gab, dass es noch keine wirtschaftlichen Krisen gab, die in jener Zwischenzeit wiewohl aufgeschlagen sind. Wir hatten zwischen 19 und 21 Bühnen hinaus jener Insel. Und die Gagen jener Künstler waren finanzierbarer, weil die Agenturen und Tonträger den Künstlern dasjenige Geld gebracht nach sich ziehen. Dasjenige war wie eine Werbeveranstaltung zu Händen die Künstler. In Folge dessen waren die Gagen überschaubar. Dasjenige hat sich geändert. Künstler nach sich ziehen Recht hinaus Arbeit und sie verdienen im Kontext Konzerten Geld. Dasjenige ist sicher teurer geworden.
Die Organisation ist vermutlich wiewohl nicht einfacher geworden.Es ist aufwendiger geworden. Die Sicherheitsvorschriften sind unglaublich gestiegen. Überbordend. Dasjenige kostet wahnsinnig viel Geld. Die Firmen sparen, die Werbekostenbeiträge und Inserate werden nicht mehr. In Folge dessen bekommen die Veranstalter viel Verdichtung.
Wie würden Sie dem entgegenwirken?meine Wenigkeit habe vor vielen Jahren den Vorschlag gemacht, 5 Euro Eintritt zu verlangen fürs Donauinselfest. Dasjenige kann sich jeder leisten im Kontext dem Angebot. Es wäre gutes Geld hereingekommen, dasjenige man vorrangig gebraucht hätte, damit dasjenige Starr nicht immer dicker Teppich und dicker Teppich wird. Internationale Künstler kann man sich in den letzten Jahren tatsächlich eh nicht mehr leisten. Da habe ich mir gedacht, qua Donauinselfest kann man Eintritt verlangen. Immerhin meine damaligen Nachfolger nach sich ziehen dasjenige strikt abgelehnt. Dasjenige ist wiewohl Okay. Da muss man halt eine andere Finanzierung suchen.
Linie Wien hat in Sachen Corona immer strengere Regulieren qua jener Bundeswehr gesetzt – jetzt veranstaltet man ein Starr mit hunderttausenden Besuchern, ohne hinaus die Maske zu setzen. Sollte man dasjenige im Kontext den steigenden Corona-Zahlen nicht überlegen?Wenn es am Rasen möglich ist, warum nicht wiewohl dort? Es ist im Freien, es geht dort immer jener Wind. Ja, Corona gibt es noch, demgegenüber dasjenige obliegt dem Feld des Gesundheitsministers. Die Veranstalter nach sich ziehen im Kontext jeder Gelegenheit gesagt, dass nur getestete Personen kommen sollen und man nachher Möglichkeit eine Maske trägt. Die Regierung steht ja hinaus dem Standpunkt: Jeder ist seines Glückes Schmied. Es liegt in ihrer Verantwortung, Regelungen zu treffen. Man kann selbige Verantwortung nicht hinaus den Veranstalter eines Konzertes, eines Theaterstückes oder des Donauinselfestes deportieren.
In Betracht kommen Sie heuer aufs Donauinselfest?meine Wenigkeit schau natürlich vorbei. meine Wenigkeit besuche vorwiegend jene Bereiche, die mir speziell am Kraulen liegen, die mich interessieren oder mit denen ich verbunden bin, wie die Sicherheitsinsel.
STS werden Sie heuer demgegenüber vergeblich suchen.STS spielt nicht mehr, demgegenüber ich war am Sonntag beim Steinbäcker (Gert Steinbäcker, Mitglied jener Musikkapelle STS, Anm.) im Theater im Park. Da hat er mit Musikkapelle gespielt.

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