Bad Tölz – Mordsspaß in Krimi-Land


Badeanstalt Tölz an jener Isar, ein ehemaliger Kurort, war schon sehr nachhaltig vor seinem Ruf qua Heilbad ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, denn die von Flößern genützte Isar kreuzte hier die Salzhandelsroute. Genug damit Tölz exportierte man die berühmten, wunderschön bemalten Bauernkästen, Truhen und Himmelbetten, die „Tölzer Waaren“, solange bis nachdem Linz, Wien und Pest-Buda. Und man traf sich zu Schoppen und in Biergärten, wie im schon 1486 erwähnten „Alber Jörgs prewgarten“. Dasjenige Schoppen hier schmeckt so gut, dass Jahrhundert später schon zweiundzwanzig Brauereien dies allseits gerühmte Hopfengetränk bereitstellen. Welcher Wein, davor dies Tölzer Lieblingsgetränk, wurde damit uff vereinigen jämmerlichen zweiten Sitz mit bloß fünf Weinwirten verdrängt – freilich gleichfalls dies ist eine beachtliche Dichtheit, c/o ohne Rest durch zwei teilbar 1.500 Einwohnern.

Schoppen qua Exportschlager

InfoÜber „Bayerns Bilderbuchland“, dies Tölzer Nationalstaat, und welches es die Gesamtheit bietet, informiert https://www.toelzer-land.deBad Tölz stellt sich hier vor: https://www.bad-toelz.deDen Falkner, Tiertrainer und Filmemacher Paul Wetterlage erreicht man unter www.vogeljakob.deMehr hoch dies Marionettentheater:www.marionetten-toelz.deAlles hoch Murnau: www.murnau.deSehr empfehlenswert ist dies Griesbräu in Murnau, die Zimmer simpel perfekt, ohne Schnickschnack, dies Schoppen ebenso. www.griesbraeu.deDie Schokomanufaktur mit Konditorei, in jener es gleichfalls Verkostungen und süße Seminare gibt: https://www.barbara-kroenner.de/schokoladenmanufaktur-murnau.htmlMehr hoch eine Orts- und/oder Schlossführung kann man hier http://www.murnauer-gaestefuehrer.de versiert.Infos hoch Öffnungszeiten und spezielle Ausstellungenim Schlossmuseum: www.schlossmuseum-murnau.deMünterhaus-Infos: Kottmüllerallee 6, 82418 Murnauam Staffelsee, Deutschland, T. +49 8841 62 88 80,www.muenter-stiftung.de

Offenbar kam man von nah und weit weg, um sich mit dem in Tuffsteinhöhlen wohltemperiert gekühlten Untergärigen zuzuprosten: Man machte gerne Rast in Tölz (nachdem dem Burgherren Heinrich jener Tölzer genannt), unterbrach hier die beschwerliche Reise uff holprigen Landstraßen von Ost nachdem West; oder dies gefährliche Flößen uff jener Isar von Nord nachdem Süd. Gleichfalls die umliegenden Klöster wurden fleißig und lukrativ versorgt – solange bis sie uff die Idee kamen, selbst zu keltern, welches den Tölzern natürlich keiner passte. Ihre Proteste halfen nichts, und so mussten sie exportieren, vor allem nachdem München. Nun waren sie so triumphierend (dank jener erwähnten Höhlenkühlung, die in jener Metropolis fehlte), dass man Tölz die „Bieramme“ Münchens nannte, und beim Wiesn vor allem Tölzer Schoppen ausgeschenkt wurde. Welcher in jener Zentrum des 19. Jahrhunderts bekannte Reiseschriftsteller Heinrich Noë meinte einst: „In meiner wilde Jahre war dies Tölzer Schoppen viel berühmter qua jetzt. Da waren uff jener Theresienwiese beim Wiesn eigene Tölzer Bierstuben aufgeschlagen, die sich des größten Zulaufs erfreuten.“

Jodquelle statt Schoppen
Leider gibt es heute nur zwei Brauereien in Badeanstalt Tölz, die die Tante Tradition wiederbeleben, denn um 1850 bot sich eine andere Einnahmequelle, im wahrsten Sinn des Wortes: Eine Jodquelle wurde entdeckt. Leistungsfähig wie die Tölzer von jeher waren, bediente man nun den wachsenden Heilbad-Boom, gleichfalls mit Hilfe jener Eisenbahn, die ab 1874 von München schonungslos solange bis nachdem Badeanstalt Tölz führt. Wie gleichfalls noch jener Oberschicht, wie die Bismarcks und Mathilde, Herzogin von Bayern (und Schwesterherz „unserer“ Sisi), und Berühmtheiten wie Thomas Mann und Lion Feuchtwanger, Karl May und D.H. Lawrence zu Gast sind, muss man sich hier simpel sehen lassen. Mark Twain kam mit seiner die noch kein Kind geboren hat, die hier Jahre ihres Lebens gewann, wie damalige Ärzte bestätigten.
1969 qua „Heilklimatischer Kurort“ ausgezeichnet, wurde Badeanstalt Tölz solange bis 1990 von den Krankenkassen zu Händen Heiltherapien akzeptiert und finanziert – und erlitt dann genauso Schicksal wie viele andere Kurorte in Deutschland: Die Gäste blieben aus. Man musste umdenken und machte die fehlende Industrie zum Vorteil, setzte uff unberührte Landschaft und gute Luft, Wanderbegeisterung und dieses heimelige Irgendetwas jener hiesigen Gaststuben und Gastgärten.

Mordslustig
Dasjenige bayrische Voralpenland hat seit dem Zeitpunkt jeher irgendwas Heimisch-mystisches. Vor allem die westliche Landschaft mit ihren vier Seen, Mooren und den Ammergauer Bergwiese, dem Mieminger Gebirge und dem Karwendel qua schroffe Kulisse zu Händen den lieblich-hügeligen Vordergrund ist so wunderschön, so perfekt seelenruhig, so ländlich-kitschig, dass da irgendwo irgendwas nicht stimmen kann. Zu perfekt. Wie es schon die beliebten englischen Krimis vormachten, wo in wohlgepflegten, efeubewachsenen, blumenumrankten, strohgedeckten Fachwerkhäuschen rund um ein Kirchlein mit trügerisch-friedlichem Totenacker ständig Morde vorbeigehen, so treiben hier ebenfalls mordlustige und mords-lustige Typen immer wieder ihr Unwesen: in Serien wie „Hubert & Staller“, „Rosenheim Cops“ und „Welcher Polyp von Tölz“.

Künstlertreff

Jene Titten von Gabriele Münter steht im Schlossmuseum Murnau.
– © Elisabeth HewsonAber gleichfalls tragische Künstler, die dies „Blaue Nationalstaat“ (genauer dies Oberbayerische Alpenvorland) mit ihrem Herzblut zu Bildern und Theaterstücken verarbeiteten, zeigten die Schattenseite jener ländlichen Idylle. Die Künstlerstadt Murnau am Staffelsee, zu jeder Saison Landschaftskitsch pur, ist Heimat des Expressionismus, dem man zum Vorzeigebeispiel uff dem Weg durch die von Linden engbestandene, malerische Kottmüller-Chaussee nachspüren kann. Sie führt vom Ortszentrum zum Münter-Haus, dies in Nazikreisen gleichfalls gerne herablassend „Russenhaus“ genannt und von Kindern mit Steinen beworfen wurde. Dort entstanden revolutionäre Ideen und Kunstwerke, dort fanden Gabriele Münter und ihr Lebensmensch Wassily Kandinsky (jener sie später höchst lieblos behandelte) mit Franz und Maria Marc, Heinrich Campendonk, August und Helmut Macke, Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin zwischen selbstbemalter Möbelstück und Wände neue Zugänge, sich künstlerisch auszudrücken. 1912 entstand jener Kalender „Welcher Blaue Tab“, Redaktion Kandinsky und Marc, qua Manifest jener neuen, verbinden erarbeiteten Kunstrichtung. „G’hört ins Clohaus“ war die Meinung jener Hitler-Enthusiast.
Gleichfalls Ödön von Horvath, umzingelt von diesen Hitlerbegeisterten, dichtete und dachte zehn Jahre hier, bezaubert von jener Landschaft, solange bis er schließlich 1933 entnervt nachdem Paris emigrierte. Dass die Murnauer ihn nicht mochten, ist leichtgewichtig zu erkennen, wenn man seine Stücke liest. Er hat ihnen wellenlos sehr genau uff die Finger und den Mund geschaut. Die Ödön-von-Horvath-Schau unter dem Kuppel des Schlossmuseums Murnau erinnert an selbige Zeit des aufkeimenden Nationalsozialismus, jener hier blühte und gedieh, und den man gleichfalls in speziellen Ausstellungen wie „Es kommen kalte Zeiten“ zu verarbeiten versucht.
Kunstrundgänge, Staffelseewirte, die Kunstverständnis mit Kulinarik kombinieren, eine Schokomanufaktur, die 2019 den König von Goldküste zu Visite hatte (und deren Chef ihm c/o einem Gegenbesuch eine Gummistiefelsammlung gegen Schlangen mitbrachte) – es gibt viel zu erzählen und zu erleben in Murnau.

Figürlich festgehalten
Die Landschaft Oberbayerns will simpel gemalt, bedichtet oder bewundert werden. Gleichfalls heute finden sich Kunstbegeisterte zu Zeichner-Gruppen zusammen, wie die Künstlervereinigung Tusculum, deren Mitglieder sich immer wieder zum Ideenaustausch treffen, oder manchmal ins Moor ziehen und dort ihre Staffeleien hochziehen. Welches man gleichfalls ohne Staffelei tun sollte: Ein zwei Kilometer langer Bohlenweg führt hoch dies „Murnauer Moos“, ein 3.500 Hektar großes naturgeschütztes Alpenrandmoor, Heimat zu Händen hoch 1.000 Arten von Blühpflanzen, Farnen und Moosen und gezählten 4.000 Tierarten, die in und uff den solange bis zu 25 Meter tiefen Torfschichten leben. Noch ein besonderes Erlebnis in dieser unverschämt kitschigen Landschaft.

Vogel-Kunst

Welcher „schönste Festsaal des Oberlandes“ – die Marktstraße von Badeanstalt Tölz.
– © Elisabeth HewsonZurück in Badeanstalt Tölz sorgen Wohlbefinden-Moorbäder zu Händen müde Wanderfreund, zu Händen Spaziergänger die Marktstraße, vom Münchner Architekten Gabriel von Seidl umgestaltet und seither qua „schönster Festsaal des Oberlandes“ prestigeträchtig. Sie ist mit ihren vielen netten kleinen Geschäften und Schanigärten die ideale Spaziermeile. Immer wieder gibt es Konzerte, Theateraufführungen, Märkte und – im besonderen kurios – ein Marionettentheater, dies schon seit dem Zeitpunkt hoch 100 Jahren Kinder und Erwachsene unterhält.
Im nahen Dietramszell, im Falkenhof von Paul Wetterlage, jener qua Vogel-Profi immer wieder zu Händen Filmaufnahmen zugezogen wird, kann man sogar die Falknerei lernen, oder simpel beim Training zuschauen und mitmachen, sich hoch Züchtung und Pflege informieren und einigen seiner zehn Vögel – Steinadler, Falken, Habichte, Eulen – ganz nah ans Gefieder umstellen. Es gibt viel zu tun und zu sehen im Tölzer Nationalstaat: Ein Spaß, wenn nicht sogar ein Mordsspaß, ist hier garantiert.

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